Bericht des Wegereferenten für 2010
 
Im vergangenen Jahr konnten wir zwei Wanderwege an einem der beliebtesten Berge im Oberland, dem Herzogstand, instand setzen.  Das sind der Aufstieg vom Walchensee zum Berggasthof Herzogstand (Weg 441, H2) und der Gratweg zwischen Herzogstand und Heimgarten (Fernwanderweg E4, M und Via Alpina, 441). Am Gratweg wurden erosionsgeschädigte Engstellen durch Holzverbau gesichert und schadhafte Seilversicherungen, bestehend aus Drahtseilen, Stahlankern und Geländerpfosten, erneuert. Wegen den extremen Witterungseinflüssen auf rund 1700 m Höhe, wie Schneedruck, Frost, Starkregen und Blitzschlag, aber auch infolge Abnutzung durch die vielen Wanderer war dieser Aufwand notwendig geworden. Denn der Gratweg ist nicht ganz ungefährlich, da geht es an einigen Stellen mehrere hundert Meter in die Tiefe. Die ausführende Firma und unsere Helfer hatten es nicht leicht: obwohl die Arbeiten im Spätsommer ausgeführt wurden, mussten sie häufig wegen Dauerregen oder Wanderern, die trotz Beschilderung sich nicht vom Bergerlebnis abhalten ließen, unterbrochen werden. Aber als das Bayerische Fernsehen auf dem Gratweg war, um über das Baugeschehen und damit auch über die Mühen der Sektion Tutzing zu berichten, war strahlender Sonnenschein und ungetrübte Fernsicht. So wurde unser Aufwand am selben Abend in der Bayernrundschau mit einen kurzweiligen Filmbeitrag gewürdigt.

Beim Aufstieg vom Walchensee wurde der Weg im Bereich des Wassergrabens ausgebaut und seilversichert, damit die Wanderer auch weiterhin an dieser reizvollen Stelle des Wasserfalls vorbeigehen oder Brotzeit machen können. Darüber hinaus wurden auch hier Erosionsschäden beseitigt und Wasserableiter repariert oder neu angelegt. Die Arbeiten an diesem Weg wurden ausschließlich in vielen Stunden Eigenleistung erbracht. Da schmerzt es dann den Wegewart, wenn er mit ansehen muss, wie selbst auf diesem schmalen und mit vielen Holzstufen angelegten Pfad Biker unterwegs sind. Bei allem Verständnis für diese Sportler und dafür, dass sie nicht nur auf Forstwegen unterwegs sein wollen, sollte ihr Handeln nicht nur von sportlichem Ehrgeiz bestimmt werden sondern auch vom Respekt vor der Natur und der Arbeit anderer. Dennoch wollen wir aber überall dort wo es möglich ist, auch dieser Sportart Rechnung tragen -  sind Biker doch gern gesehene Hüttenbesucher! Und auch ich bewege mich gelegentlich auf diese Art fort.
 
Wir haben jedenfalls bei den Arbeiten im Herzogstandgebiet dem Naturschutz Rechnung getragen, indem wir auf Hubschrauberflüge verzichtet haben. Stattdessen wurden im unwegsamen Gelände oberhalb der Zufahrtsstraße Werkzeug und Material per Kraxe zum Einbauort transportiert und haben so deutlich Kosten gespart.
 
Trotz des großen Aufwandes für diese Wege, haben wir dennoch die Wege auf unsere Hütte und auf die Benediktenwand (wurde ausgeschnitten und mit Hölzern gesichert) nicht aus dem Auge gelassen. Denn Hans und Elke sollen mit ihrer Gastfreundschaft unbedingt erreichbar bleiben. Deshalb wurde die Klausen nach einem Hochwasser, welches einen Durchlass zerstört, andere mit Treibgut zugesetzt hatte und den Eibelsbach über die Ufer treten lassen hat, gerichtet. Dabei musste der eine Betonrohrdurchlass völlig erneuert werden. Auch der Weg 456 von der Söldneralm über Birkenmoos, genannt Elend, wurde in Angriff genommen. Hier wurde der Hang mit einem Krainer-Holzverbau gesichert, Durchlässe eingebaut und der Weg profiliert. Wegen Wintereinbruch mussten allerdings die Arbeiten im Bereich der Steilstrecke am 20.10.2010 eingestellt werden. Dort wird es 2011 weitergehen.
 
Zu all dem wurden auch noch eine Vielzahl von neuen Wegweisern angebracht und kleinere Arbeiten an anderen Wegen getätigt. Dafür meinen herzlichen Dank allen Helfern, die spontan und bereitwillig dies übernommen haben!
 
Dazu eine abschließende Bitte: Das uns vom DAV übertragene Arbeitsgebiet umfasst ca. 180 km Wanderwege - hauptsächlich rund um die Benediktenwand und den Herzogstand.  Für diese Gebiete haben wir den Auftrag, die Wege zu beschildern und in einem sicheren Zustand zu erhalten. Selbst die 2010 hergerichteten Wege müssen im Frühjahr 2011 wieder abgegangen und wo der Winter erneut Schäden hinterlassen hat auch erneut gerichtet werden. Wegeinstandhaltung im alpinen Gelände ist also eine nie endende Geschichte.  Um diese zukunftsfähig zu organisieren, brauchen wir zusätzlich zu den bereits tätigen weitere Wegehelfer, welche die Patenschaft für Wegstrecken übernehmen. Sie sollten mindestens zweimal im Jahr Wege (für seilgesicherte Steige, ausgesetzte Wege bzw. von Wasser oder Viehtritt gefährdete Passagen entsprechend öfter) kontrollierend abgehen, Schilder sowie Markierungen wo notwendig erneuern und kleinere Reparaturen selbst ausführen. Die meisten Wege sind sogar mit dem Bike erreichbar!
 
Über Interessenten an so einer Patenschaft unter  oder 08158-904422 freut sich
 
Euer Wegewart Matthias Götz
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Mühevoller Transport am H2
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Arbeitseinsatz am H2
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Vater und Sohn am H2
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Anker bohren am Gratweg
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Brotzeit nach getaner Arbeit
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Sepp während seines Urlaubs an der Benediktenwand